Führt das Lesen in Zügen zur Geisteskrankheit?

Im 19. Jahrhundert gab es in der Medizin Auseinandersetzungen darum, ob Lesen in der Bahn gesundheitsschädlich sei. So fragte etwa 1863 das Bulletin der Pariser Gesellschaft für Medizin: „Führt das Lesen in Zügen zur Geisteskrankheit?“. Hiervon ließen sich die Reisenden offenbar nicht abhalten. Pioniere des Buchverkaufs in Bahnhöfen waren Smith in London und Hachette in Paris.

Quelle. Wikipedia

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Der Bahnhofsbuchhandel

Die Bahnhofsbuchhandlung ist als Sonderform des Sortimentbuchhandels speziell an Bedürfnissen von Reisenden ausgerichtet und in in Bahnhöfen oder Flughäfen angesiedelt.

Im Gegensatz zu anderen Presseverkaufsstellen kann der Bahnhofsbuchhandel Zeitungen und Zeitschriften direkt von den Verlagen beziehen und muss nicht über den ortsansässigen Pressegrossisten beliefert werden. Der üblicherweise dem Pressegrosso zufallende Rabatt bleibt beim Bahnhofsbuchhandel. Für die Direktbelieferung mit Presseerzeugnissen müssen verschiedene leistungsbezogene Kriterien erfüllt sein. Dazu zählen erweiterte, tägliche Öffnungszeiten (mind. 90 Stunden pro Woche), ein besonders breites Sortiment (mind. 1000, real bis zu 6000 Titel), Hauptumsatz mit Presseerzeugnissen, ein anerkanntes Remissionsverarbeitungsverfahren, höhere Ladenmieten usw. Sie wurden zuletzt 2006 novelliert zwischen dem VDZ und dem Verband Deutscher Bahnhofsbuchhändler vereinbart und beim Bundeskartellamt hinterlegt.

Jede zehnte Zeitung bzw. Zeitschrift in Deutschland wird über den Bahnhofsbuchhandel verkauft, besonders Special Interest-Titel (wie Populärwissenschaft, Hobby usw.). Für ausländische Presseerzeugnisse stellt der Bahnhofsbuchhandel mit Abstand die wichtigste Absatzquelle dar. Neben Zeitschriften und Zeitungen wird das Angebot im Bahnhofsbuchhandel von Taschenbüchern beherrscht. Der Bahnhofsbuchhandel machte das Taschenbuch in den 50er Jahren „buchhandelsfähig“.

Von Anfang an boten Bahnhofshandlungen „leichte Literatur“, Reiseführer sowie Zeitungen und Zeitschriften an. Ihre kulturelle Bedeutung lag indes darin, eine (bildungs)bürgerliche Atmosphäre im Bahnhof zu unterstützen. Kulturellen Aufschwung nahmen die Bahnhofsbuchhandlungen mit dem Erscheinen von Taschenbuchreihen, beginnend mit den rororo-Bändchen. In der Gegenwart sind mindestens 70 Prozent der Verkaufsflächen der Bahnhofsbuchhandlungen für Zeitungen und Zeitschriften reserviert.

Quelle: Wikipedia

Published in: on 15. Februar 2010 at 07:45  Schreibe einen Kommentar  
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