„312 Seiten Buch für 175 Jahre Eisenbahn – Welkes Eisen, unermüdliche Männer.“ Fotobuch übers EISENBAHNMUSEUM DARMSTADT-KRANICHSTEIN erfolgreich präsentiert.

Der Drucker und der Fotograf: Wolfgang Frotscher (links) und Christoph Rau präsentieren vor den Druckbögen des Buches das fertige Produkt. Foto: Claus Völker, Darmstädter Echo

Der Drucker und der Fotograf: Wolfgang Frotscher (links) und Christoph Rau präsentieren vor den Druckbögen des Buches das fertige Produkt. Foto: Claus Völker, Darmstädter Echo

Paul-Hermann Gruner hat im Darmstädter Echo eine tollen Artikel über unsere Buchpräsentation und eine schöne Rezension geschrieben und Claus Völker hat ein schönes Photo von mir und Wolfgang Frotscher, dem Drucker gemacht.

Darmstäder Echo, 22. November 2010  | Von Paul-Hermann Gruner

312 Seiten Buch für 175 Jahre Eisenbahn

Martinsviertel: Aktionsnachmittag spezieller Einzelhändler, dazu zwei Fotoausstellungen und eine Buchvorstellung – Die Stadt und ihre Technikgeschichte

Ein Nachmittag rund um ein kleines dickes Buch. Der Verleger kam, der Fotograf, der Drucker, der Oberbürgermeister und eine Menge Interessierter und nicht zuletzt viele Eisenbahnfreunde. Selten genug, dass ein Fotobuch im Westentaschenformat 12 mal 14,3 Zentimeter so viel Wirbel entfachen darf (kleine Buchrezension dazu nach-folgend). Zunächst zum spezielleren Einzelhandel des Martinsviertels an diesem Samstag. Der hatte von 15 bis 20 Uhr zur Aktion »Glanzlichter« eingeladen. 26 Geschäfte und Cafés hatten sich zu dieser Form von Eigenmarketing zusammengetan. Wer wollte, konnte bis in den Abend hineinschnuppern in das eigene Universum von Galerien, Buchhändlern, Kunsthandwerkgeschäften und Geschenkartikelläden. Die kreative Zurschaustellung der eigenen Angebote hatte auch einen fördernden Nebennutzen: alle Spenden, die gesammelt wurden, gehen an das Kunsthaus »Ubuntu« am Mollerplatz, das Kindern ein kreatives Forum bietet.

Glanzlicht unter Glanzlichtern war die Doppelausstellung des Darmstädter Fotografen Christoph Rau, wohnhaft ebenfalls im Watzeviertel-»Kiez« (Rau). Zum einen porträtierte er in klassischen Mitteldistanz-Porträts alle Mitmacher der Glanzlichter-Aktion, also die Geschäfte- und Ladeninhaber. Ausgestellt sind diese Porträts inmitten des Designangebots von »Lindberg-Stijlwerken« (Schuhknechtstraße 3). Ebenfalls im Lindberg, aber ebenso gegenüber im Schloßgarten- oder auch Schwarzweiß-Café (Robert Schneider-Straße 23), zeigen Verleger Gerd Ohlhauser und Fotograf Rau die Druckbögen für das Buch »Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein«. Ein Buch wird öfter präsentiert, Vorstufen dagegen sehr selten. »Die Druckbögen sieht ja sonst keiner, obwohl sie doch wunderschön sind«, sagt Rau in einem warmen Ton der Begeisterung, der darauf schließen lässt, dass er sie mindestens so entzückend findet wie das vollendete Buch. Auf den Bögen sind viele Fotos vieler Seiten vertreten, alle schon im passenden Format, allerdings vor dem Schneidevorgang. »Großartige Aktion«, lobte Oberbürgermeister Walter Hoffmann die »Glanzlichter«-Zusammenarbeit im »Dreieck Wirtschaft, Marketing und Kultur«. Und er bewies flugs Diplomatie. Denn dass dann auch noch Ausstellung und Buchpräsentation »in einem der für mich schönsten und sympathischsten Stadtteile« dazu kämen, das zeige nicht nur »Vielfalt und Dynamik« dieser Stadt, sondern sei »einfach klasse«. So was verhindert bei Bessungern und Eberstädtern natürlich den fälligen Aufschrei, eine solche Formulierung können sie gerade noch durchgehen lassen. Hoffmann erinnerte zu Recht an die große und prägende Eisenbahnhistorie Darmstadts und überschüttete die nun seit 34 Jahren geleistete ehrenamtliche Arbeit der Mitstreiter des Eisenbahnmuseums mit Anerkennung. »Sie stellen die Kulturgeschichte der Stadt in einen bestimmten, ganz konkreten Zusammenhang.« Werner Pielhauer, Vorsitzender des Freundes- und Fördervereins des Eisenbahnmuseums, angetreten in historischer Uniform, hörte es nicht nur gerne, sondern freute sich auch über jene Fotos im Buch, die die Mitarbeiter beim Schaffen zeigen und darüberhinaus, quasi indirekt, auch den »Arbeitsvorrat von tausend Jahren, den wir noch haben.«Verleger Gerd Ohlhauser hob hervor, dass es ihm in seiner Buchreihe darum gehe, weniger bekannte, leicht zu übersehene oder nicht wirklich wertgeschätzte Kulturgüter in der Stadt in neuer, angemessener Weise zu würdigen. Und das Kranichsteiner Eisenbahnmuseum – »eines der ältesten in Deutschland und zudem das größte zusammenhängende Industrie- und Verkehrsdenkmal zur Eisenbahngeschichte im Lande« – sei für ihn »geradezu Weltkulturerbe-verdächtig«. Einen verlegerischen Finanzierungskniff verriet Ohlhauser ebenfalls. Menschen, die die geplante Buchreihe im Abonnement bezögen und dafür auch vorfinanzierten, würden als Mitherausgeber fungieren und natürlich auch als solche benannt. Hans Joachim Landzettel zum Beispiel. Wie man sich dergestalt als Mitherausgeber fühlt? Landzettel, wie stets verschmitzt: »Gehoben!«

Quelle: Darmstäder Echo

Und hier die Rezension:

Welkes Eisen, unermüdliche Männer

Warum ist ein Fotoband über die Schätze und die Arbeit und die Mitarbeiter eines Eisenbahnmuseums eigentlich so klein (12 mal 14,3 Zentimeter)? Fotograf Christoph Rau: »Das Format ist passend gemacht für jedes Handschuhfach im Auto. Außerdem kann man es sehr bequem auch im Zugabteil anschauen.Ist nicht so sperrig.«

Humor hat er also auch. Aber: Anschauen geht natürlich ebenso gut zuhause im Ohrensessel. Außerdem, so Rau, sei es eben kein Fotoband. Sondern? »Ein Fotobuch.« Jedenfalls: Christoph Rau hat das Gelände des Museums von Ende Januar bis Ende Mai 2010 mit seinen Kameras durchstreift.

Seine Ausbeute (Bildredaktion: Gerd Ohlhauser) ist in diesem Band zu einem hochatmosphärischen Kaleidoskop zusammengefügt. Das Faszinosum Eisenbahn, des mal sanierten, mal welken Eisens, ist in einer langen Fotostrecke eingefangen, die nichts auslässt. Loks, Führerhäuser, Waggons, Fahrgestelle, Werbeschilder, Beschriftungen, Sicherungskästen, Messinghandräder, Schmierleitungssysteme und Manometer. Die Welt vor allem der Dampflok – das emotional tief verankerte, technisch gewaltige Urbild vom Symbolkraftpaket des Maschinenzeitalters – erstrahlt.

Gerade auch dann, wenn Rau in die Farbpoesie der Details einsteigt, herausragend in der Serie der Rostbleche verwirklicht. Beulen, Brüche, Schraffuren, Farbschichten, Lackreste – sie zeigen die optische Vergnügung am schleichenden Zerfall. Den die Männer des Museums selbstredend mit aller Macht aufzuhalten trachten. Weshalb diese Männer auch in vielen Einstellungen beim Ölen, Fetten, Schleifen, Lackieren, Schweißen oder beim Posen festgehalten sind. Gut so. Sie sind das Museum, neben den ihnen anvertrauten technischen Schätzen.

Ist dieses Buch nur zum Schauen? Nein. Eine Konzeptionsdarstellung des Museums in Kranichstein, eine Übersicht wichtiger Eisenbahnmuseen mit Adressen und andere Texte umgeben das Hauptwerk – die Fotos – mit angemessen dosierten Mengen an Buchstaben. paul

Quelle: Darmstädter Echo

EISENBAHNMUSEUM DARMSTADT-KRANICHSTEIN
Fotobuch von Christoph Rau zum Jubiläum „175 Jahre Deutsche Eisenbahnen“, Verlag SURFACE BOOK, Darmstadt 2010, Herausgeber: Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, 312 Seiten mit mehr als 250 farbigen Fotoseiten, Flipbook, Broschur, 14,3 x 12 cm, ISBN: 978-3-939855-17-0, Preis: 12,80 Euro, Darmstadt 2010. Buchbestellungen an den Verlag: http://www.surface-book.de/, per E-Mail an info@crau.de oder in Ihrer Buchhandlung.

Sie können die Buchreihe über Darmstadts Kulturgüter auch abonnieren und so als Mitherausgeber vorne in den Büchern genannt werden, Infos unter: www.edition-darmstadt.de.
Bisher erschienen sind die Bände: Stadt der Künste – Darmstadt, Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein.
In Arbeit sind: 300 Jahre Staatstheater Darmstadt, 60 Jahre Heinerfest, 10 Jahre Internationaler Waldkunstpfad.
Geplant sind: Weltnaturerbe Grube Messel, Architektur in Darmstadt, Natur erleben in Darmstadt – Parks, Gärten, Naturpädagogik, Buchstadt Darmstadt – Schriftsatz, Buchdruck und Verlage, Musikszene Darmstadt, 100 Darmstäder, Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Wissenschaftsstadt Darmstadt –  Forschung, IT, Engineering, Subkulturen in Darmstadt, Vivarium Darmstadt, Jugendstil in Darmstadt, Photographie in Darmstadt.
Gerne nimmt der Verlag Ihre Vorschläge für weitere Themen entgegen.

Bildergalerie vom Tag der Buchpräsentation folgt bald.

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Einladung zur offiziellen Buchvorstellung EISENBAHNMUSEUM DARMSTADT-KRANICHSTEIN mit Vernissage am Samstag, den 20.11.2010, 13.30 Uhr mit Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Vertretern des Eisenbahnmuseums

Ort: Galerie Lindberg-Stijlweerken, Schuknechtstrasse 3 und gegenüber im Schlossgartencafé, Robert-Schneider-Strasse 23 in Darmstadt.

Das Buch kann dort auch gekauft werden und wir, der Photograph Christoph Rau und der Verleger Gerd Ohlhauser würden uns sehr über Ihren Besuch freuen.

Die Buchvorstellung mit Vernissage findet im schönen Darmstädter Martinsviertel statt, wo am gleichen Tag 28 Geschäfte einen ganz besonderen Tag organisieren und dafür auch länger geöffnet haben: Glanzlichter 2010 ab 15.00 Uhr. Ein Besuch in Darmstadt lohnt sich an diesem Tag also auch, wenn man von weiter herkommt. Alle teilnehmenden Geschäfte haben an diesem Tag bis 20.00 Uhr geöffnet und illuminieren das Martinsviertel mit Lampen, Lichtern und Aktionen:

– Das Vokal-Quartett der Darmstädter Spielschar wird durchs Martinsviertel ziehen und Madrigale, Gospel- und Volkslieder singen.

– Ralph Dillmann, Schauspieler und Sänger (Neue Bühne Darmstadt) singt Lieder von Georg Kreisler.

– Der Photograph Christoph Rau zeigt in zwei Ausstellungen seine Bilder: 28 Portraits der „Gesichter“ hinter den am Glanzlichter-Event teilnehmenden Geschäfte werden in der Galerie “Stijlweerken” ausgestellt. Und Andruckbögen des neuen Fotobuchs EISENBAHNMUSEUM DARMSTADT-KRANICHSTEIN werden im Schwarz-Weiß-Café und bei Stijlwerken anläßlich der offiziellen Buch-Vorstellung ausgestellt.

– Ubuntu – Haus der Künste veranstaltet einen Workshop für Kinder: In allen teilnehmenden Geschäften werden Materialien und Materialreste gesammelt, mit denen dann im Ubuntu gearbeitet wird.

– Der „Feuersalamander“ Reinhard Treue zeigt seine Feuershow und Tanzperformance.

– Der Eddi-Bournell-Jazz-Chor aus Darmstadt („gemischter Laienchor mit unerfüllbaren professionellen Ambitionen“) singt am Schlossgartenplatz.

– Ein Fahrrad-Rischka-Fahrerin fährt Kinder kostenlos durchs Viertel.

– Weitere Aktionen sind geplant und finden spontan statt.

Infos zu den teilnehmenden Geschäften und aktuelles Programm unter folgendem Link: Weblog Martinsviertel Darmstadt – Geschäfte, Dienstleister und gute Plätze